Durchhaltevermögen

von larissa boehning

Nehme mir fest vor, bis zur Kuppe des Hügels da vorn zu joggen und spüre dann bei jedem Schritt, wie ich bereit bin, aufzugeben, natürlich weit vor Erreichen des Punktes, den ich mir vorgenommen habe. Und plötzlich denke ich: Das Durchhaltevermögen, das andere Menschen vielleicht beim Sport einüben, übe ich beim Schreiben. Dort geht es immer wieder darum, Kuppen zu erklimmen von selbstgestellten Hügeln oder Bergen, im Wissen, dass das nicht die letzte Kuppe war; und mich verlässt nie die Kraft, weiterzumachen, weiterzugehen, weiterzuforschen. Neugierde und der Wille, dass das wahr wird, was lang nur Idee ist, ersetzen mir hier das sonst disziplinarisch verordnete Durchhaltevermögen.

 

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