Ängste

von larissa boehning

Schreibe über die Lähmung, in der meine Figur ist, in Angst um ihr Leben, – diese vollkommene, alles umfassende Bewegungslosigkeit, Starre. Und denke plötzlich, dass es das Gefühl trifft, was in der U-Bahn, auf der Straße hier grad spürbar ist: die angstvolle Starre vor dem, was kommen mag (am Sonntag oder in weiterer Zukunft), was sich Bahn bricht.
In der Geschichte begreift die Figur langsam, dass in Wirklichkeit doch nicht das passiert, was ihre Ängste ihr vorausgemalt haben – und sie immer noch am Leben ist, und etwas verändern kann. Und es erinnert mich wieder daran, wie tief und fest ich selbst mal davon überzeugt war, dass ich die Realität so wahrnehme wie sie wirklich ist, und nicht, dass alles, was ich wahrnehme, fühle, erlebe, in einem sehr profunden Sinne das Werk meiner Ängste ist, die mir sagen, dass ich nichts verändern kann, dass ich nur starr bewegungslos der Dinge zu harren haben, die da kommen mögen.