Hund und Gedicht

Eine Mops-Dogge läuft mir in der Unterführung entgegen – ich kenne mich mit Hunderassen nicht aus –, es ist nur genau so ein Hund wie in Jim Jarmuschs ‚Paterson‘, den ich erst vor Tagen gesehen habe. Das platte, mürrische, schrotig-tumbe Gesicht, die hängenden Lefzen, der breitbeinige, schaukelnde Gang. Der Hund ist ohne Leine, und ich bin erstaunt, als eine junge Frau ihm folgt.
Im Film frisst dieser Hund das Notizbuch von Paterson auf. Zerlegt die Seiten, auf denen seine Gedichte stehen, zu Schnipseln. Es hatte mir physisch weh getan, das zu sehen. Wegen der Gedichte, der Folgen für die Beziehung (der Hund gehört seiner Freundin), wegen Patersons Zögerlichkeit, seiner Angst, die Gedichte zu zeigen, weshalb er sie nicht kopiert hatte, und sie nach dem Auffressen durch den Hund alle verloren waren.