Abschiedsschmerz

von larissa boehning

Die Traurigkeit, die mich befällt, beim Schreiben der letzten Sätze, wie ein Abschiedsschmerz. Weit hinten hallt es in meinem Kopf: Hab ich alles erzählt, was ich erzählen wollte? Es erscheint mir fast wie zu fragen: Hab ich bisher gelebt, wie ich leben wollte?
Es bleibt nur ein diffuses Gefühl. Und darüber legen sich gleich die altbekannte, allgemeine Unsicherheit und der rüttelnde Zweifel und ich verliere das Vertrauen. Was ja genau mein Thema ist, wovon die Geschichte erzählt. Und ich spüre plötzlich, dass der allgemeine Abschiedsschmerz auch mit dem Schmerz der Scham zu tun hat, grundsätzlich falsch zu sein, alles falsch gemacht zu haben, das Vertrauen anderer nicht zu verdienen, es verspielt zu haben, es nie wieder zurückgewinnen zu können – all das, worum es in der Geschichte, von der ich mich grad verabschiede, geht.