Wenn ich Busfahrerin wäre

von larissa boehning

Sinniere darüber, wie ich das handhaben würde, wenn ich Busfahrerin wäre, und ich sehe im Rückspiegel einen Menschen, der rennt und rennt, um noch den Bus zu erreichen –, und ob ich was taugen würde als Busfahrerin, weil ich eher immer stehen bleiben und warten würde, jeder, der sich so anstrengt, hat doch sein Ziel verdient; oder ob ich die vorsätzlich unbeeindruckte Miene der meisten Berliner Busfahrer aufzusetzen imstande wäre, die Türen mit Schmackes schlösse und losführe, in diesem kleinen Alltagsspiel aus Macht und Ohnmacht, deswegen aber nicht ständig zu spät an die Haltestellen käme, womit ich mir viel Unmut anderer Fahrgäste ersparen würde, sicher.