Skipper gesucht

von larissa boehning

Die zwei Thirtysomethings, beide mit Bart und Hornbrillen, einer in hipper Jogginghose, einer im geometrischen Rauten-Shirt, sitzen am Nebentisch im Thai-Imbiss. Beide haben einen nervösen Tremor in den Beinen, unablässig, es macht mich gleich mit nervös. Sie reden nuschelig, tief, wie versoffen, abgehackt in Kurzsätzen miteinander, langes Schweigen dazwischen, es erinnert mich an Matthew McConaugheys Art zu sprechen in True Detective, nur sind die beiden nicht durchlässig, cool und mutig, sondern passiv-aggressiv, arrogant und verunsichert.
„Ey, Alter“, nuschelt der Jüngere im Rauten-Shirt zum Anderen (Jogginghose), der die ganze Zeit, auch während des Essens, schnell über das Display seines Telefons wischt, „warum willste ’n Boot mieten, wenn du gar nich segeln kannst.“
„Der Skipper ist mit drin“, sagt der Andere patzig, als sei er bei einer Schwäche erwischt worden, und schnippt weiter die Fotos durch.