Bambus

Selbst das Gewitter, das über dieses große Land rollt, wirkt größer. Der Donner brummt tiefer, die Blitze dauern länger und die Regentropfen sind dick und warm, als würden weichgekochte Bohnen auf mich niederprasseln, während ich den Weg nach Hause gehe – mitten durch den tropischen Regen.

Der haushohe Bambusstrauch, der wie eine grüne, in der Luft erstarrte Fontäne aussieht, und wie es in ihm knarrt: ein uraltes Dachgebälk, eine langsam sich öffnende, hölzerne Tür, ein vollkommen eingerostetes Scharnier.

Unser kleiner, hagerer Bambusbootkapitän erklärt uns stoisch auf Chinesisch, was die einzelnen Hügelberge bedeuten, er will nicht verstehen, dass wir ihn nicht verstehen, bis er plötzlich anfängt es nachzuschauspielern: ein sich küssendes Pärchen, eine schwangere Frau, irgendwas mit dem Victory-Zeichen, ein bärtiger Alter mit Buch, und dann sollen wir genau die Fotos in die Richtungen machen, die er uns mit dem Bambusstab zeigt.

Überhaupt Bambus, Wunderpflanze: man macht Boote, Möbel, Gerüste von ihm, Hüte, Taschen und Schuhe, und am Ende isst man ihn noch.