Denken, fantasieren

Der Mann mit dem rot-blonden Hipster-Bart, stylischer Kappe und Joggingshorts neben mir am Café-Tisch hat sich auf die weiche, helle Haut seines inneren Unterarms eine Zahlenfolge tätowieren lassen. 52.49287 – und noch vier, fünf Ziffern weiter. Ich fragte mich, ob er nie was von den Nummern, die Juden im KZ auf die Arme tätowiert wurden, gehört hat, oder ob es ihm egal ist, dass es das gab; und wofür die Zahl stehen mag, die ihm so wichtig ist – ein verschlüsselter Code, oder vielleicht eine IP-Nummer, denke ich dann, die er als Hacker im Notfall immer vor Augen haben muss, oder die er jemandem nennen können muss, wenn er im Darknet verloren gegangen ist – aber da geht meine Fantasie mit mir durch, eindeutig.