Erinnern, wünschen, glauben

von larissa boehning

Meine große Schwester, meine Cousine und ich segeln im Opti im Rund des langen sardischen Küstenstreifens. Mittagssonne, Sommerhitze. Wie alt sind wir, 10, 12? Wir segeln zu sehr im achterlichen Wind, das kleine Boot stampft, Wasser schwappt herein, wir schaufeln es hinaus, immer den Strand im Blick, den wir erreichen wollen. Aber zunehmend in Angst. Kam Götz George auf seinem Boot und schleppte uns ab? Wünschte ich es nur? Sahen wir ihn von weitem und winkten ihm zu? Oder war er doch da? Ich weiß es nicht mehr. Ich erinnere nur noch das Türkis des Wassers, in dem man bis auf den Grund schauen konnte, das Weiß des Strandes und dahinter die rötliche, karge Küste; und dass er als der König dieser Gegend galt, immer mit seinem Boot auf dem Wasser.