100 Jahre Einsamkeit

von larissa boehning

Der Regen gestern Nacht erinnerte mich an die Zeit, die ich mal allein auf der Hütte war. Ohne Strom und fließend Wasser. Direkt unter dem Holzdach geschlafen, der Regen prasselt, jeder Tropfen fast spürbar im Gesicht. Neben mir liegt das Buch. Wie ein Stein, mit dem ich mich zur Not auch verteidigen könnte. Lese in jede Nacht hinein im Licht der Taschenlampe, zunehmend bereit, nach der letzten Seite wieder die erste aufzuschlagen. Es darf nicht enden, das Buch, die Nacht draußen ist so groß, der Regen so nah.