Geil, aber tot

von larissa boehning

In dem U-Bahn-Vorschau-Film von „Der geilste Tag“ sehen die Totgeweihten Schweighöfer und Fitz quietschlebendig aus. Geldscheine fliegen, wildes Rasen im gelben Ferrari.
Wir müssen immer erst sterben, um das Leben zu entdecken. Wir müssen kurz vor tot sein, um unsere Gefühle spüren zu dürfen. Nur ist dann – in der Kürze der Zeit – keine Entwicklung ins Leben mehr möglich. Warum fällt uns das so schwer: die Veränderung von einem lebendig-toten hin zu einem fühlenden, den Schmerz und das Glück des Lebens wahrnehmenden Menschen tragisch-komisch zu erzählen? Als gestatteten wir es uns selbst nicht. Liebende müssen, wenn sie sich kriegen, in Deutschland immer sterben, sagte schon Reich-Ranicki.